SÖB - Aufruf zur Revolution

Erfahrungen und Erlebnisse" mit dem, AMS,Sozialamt
Personalzeitarbeitsfirmen und sonstigen "Arbeits" (Fallmanagern) - Vermittlern.....
Jeder kann hier frei über seine persönlichen Erlebnisse - Eindrücke und Erfahrungen berichten.
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lineve
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SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von lineve » Di Apr 08, 2014 11:50 am

Ich war bis 7.4.2014 in einem Sozial Ökonomischen Betrieb in einem „Arbeitstraining“, es handelt sich hier um ein Restaurant mit Catering und ist eine Tochtergesellschaft der Berater. Dort wurde ich als Brürokraft aufgenommen. Mein Arbeitsplatz bestand aus einem wackeligen Tisch, einem harten Sessel, einem kleinen, langsamen, meist nicht funktionierendem Laptop, der Raum ist kaum beleuchtet, heiß und stickig.

Da mir Arbeitsschutzbestimmungen schon ein Begriff sind habe ich diese Zustände dem Arbeitsinspektorat gemeldet, leider wurde meine Mail verschlappt und da mein Arbeitstraining hoffentlich ohne weitere Konsequenzen mit heute beendet ist, kann ich leider das Ergebnis nicht mehr in Erfahrung bringen.

Die Personen die vorort als Bürokraft übernommen werden, werden als Kellner angemeldet. Meine Aufgabe bestand im Überarbeiten von Lebensläufen und dem verfassen von Motivationsschreiben. Ich habe sozusagen, die Arbeit der Berater übernommen. In meinem Fall war es durch meine Ausbildung möglich, leider habe ich auch Kolleginnen, die der deutschen Sprache und Rechtschreibung nicht so mächtig sind. Dies führt zu LL und MS, die die Chancen am Arbeitsmarkt nicht unbedingt erhöhen.

Mir geht es vor allem um all die Menschen, die dort zwangsrekrutiert werden und unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten.

Es herrscht ein sehr rauer Ton, den man sich mir gegenüber zwar nicht herausgenommen hat, aber "schwächeren" Menschen zugemutet wird.

O-Ton: Ihr seid alle Abschaum

Ihr seid alle wertlos

Ihr seid so und so zu nichts nutze

Ich habe das alles unter anderem auch den aktive-arbeitslosen gemeldet. Schade nur, dass zuwenige davon wissen. Wichtig wären Erlebnisberichte -viele

Also bitte, helfen wir alle zusammen, informiert jeden den ihr kennt und am Thema interessiert ist.

lg

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Re: SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von admin » Di Apr 15, 2014 12:55 pm

Laut AlVG-Novelle 2007 dürfen Wiedereingliederungsmaßnahmen zwar "Arbeitsverhältnisse", allerdings müssen diese echte Arbeitsverhältnisse sein (maximale überlassungsfreie Zeite laut SÖB-Richtlinie: 1/3 !!!) und eine Zuweisung ohne explizite Begründung bzw. Ermittlungsverfahren über Vermittlungshindernisse ist erst dann zulässig, wenn z.B. bereits im Betreuungsplan ein zusätzlich zur Langzeitsarbeitslosigkeit vorliegendes Vermittlungshindernis dokumentiert und erläutert worden ist, also dem Betroffenen bekannt sein muss und er/sie Gelegenheit zur Stellungnahme hatte!

Vorsicht:

Wenn zu einem "Kurs" zugebucht wurde, muß den im Anschluss daran angebotene (Schein)"Arbeitsvertrag" keinesfalls unterzeichnet werden, das es sich bei "gemeinnützigen Leiharbeit" um keine am regulären Arbeitsmarkt sich bietende Arbeitsgelegenheit handelt, sondern um eine AMS.Maßnahme. Siehe VwGH-Rechtssatz GZ 2006/08/0252 vom 19.9.2007

Auf keinen vor Ort auch nur irgendetwas unterschreiben! Bedenkzeit nehmen, alle Unterlagen mitnehmen und prüfen! Bei der Informatioonsveranstaltung zum vorgeschalteten Workshop wird bereits ein Fragebogen für die Personalüberlassung zum Ausfüllen verteilt - typische Einlullungsstrategie. Die darin enthaltenen Fragen sind grossteils für den Workshop nicht relevant und es wird empfohlen, so wenig wie möglich auszufüllen. Besonders frech ist die Frage, ob ein "Feststellungsbescheid" vorliegt, der eine Sperre des AMS-Bezuges erschweren würde. Diese Frage ist rechtswidrig!

Ist in der Zubuchung nur die Rede von einer anschliessenden "Möglichkeit" eines Arbveitsverhältnisses die Rede, so ist dieses nicht verpflichtend, da es sich um eine AMS-Maßnahme handelt, die einer gesondert Zuweisung bedarf.

Bei den Sozial Ökonomischen Betrieben steht Erfahrungsberichten von Betroffenen zufolge nicht so sehr die konkrete Leistungserbringung im Vordergrund, sondern sozialädagogische Betreuung und Arbeitssuche. Es handelt sich daher sunserer Meinung nach nicht um Arbeitsverhältnisse. Siehe VwGH-Rechtssatz GZ 2004/08/0148 vom 15.2.2006

Auch wenn neueren Berichten zufolge der Druck auf die Arbeitslosen nicht mehr so krass sein soll, so dürfte es sich doch für viele um Verschwendung von Lebenszeit handeln.
Mit freundlichen Grüßen.

IT System Abteilung Arbeitsloseninitiative

Support: info@arbeitslosen-forum.at

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Re: SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von analphabet » Fr Okt 17, 2014 4:06 pm

Ihr schimpft über SÖBs. Doch in unseren Motivationmskurs gibt es eine schwarzes Brett mit verfügbaren Jobs. So zum Beispiel:
.....büro sucht Mitarbeiterin 40 Std/Wo 1027 Euro Brutto
Als Ansprechpartner wird nicht das ....büro, sondern eine Mitarbeiterin des Kursinstitutes genannt. Das wäre ja nicht so schlimm. Schlimm ist aber das angebotene Gehalt. Lt. AK Brutto-Netto Rechner sind das 872 Euro Netto. Also grad mal 30 Euro mehr als die Mindestsicherung. Da in diesen Kursen Bewerbepflicht besteht und du vielleicht das Pech hast von solch einem Arbeitgeber auserkoren zu werden, .... Was dann? Ablehnen bringt Arbeitsverweigerung!
Es sieht fast so aus als wenn diese Kursmaßnahmen auch dazu genutzt werden, auch Niedriglohnanbieter mit ausreichnder Mitarbeiterzahl zu versorgen. Sklaverei soll in Österreich ja verboten sein. Aber wer will schon Sklaven? Einen Sklaven muß man wie ein Auto kaufen. Man muß Ihn unterbringen, kleiden und ernähren. AMS Leibeigene sind kostenlos bzw. verursachen nur geringe Nutzungskosten. Denn sie müßen im Unterschied zum Sklaven für Unterkunft, Kleidung und Verpflegung selbst aufkommen. Sind also viel lukrativer als der klassische Arbeitssklave.

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Re: SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von Hishered » Do Aug 23, 2018 3:16 pm

Erstaunlich und interessant.. :)Wir hatten das gleiche Problem.

Copenty
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Re: SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von Copenty » Mo Aug 27, 2018 2:06 am

Hishered hat geschrieben:
Do Aug 23, 2018 3:16 pm
Erstaunlich und interessant.. :)Wir hatten das gleiche Problem.
Ich stimme Ihnen zu

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Re: SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von Hishered » Mi Okt 31, 2018 9:58 am

es geht nicht um die Beschäftigung

Notstand11
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Re: SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von Notstand11 » Do Nov 01, 2018 10:53 am

stimmt, es geht ums Ausloten von Menschen, Gesundheitszustand und Privatsphäre........ die befristeten Dienstverhältnisse beinhalten meist Hilfsarbeiten mit krankmachendem Charakter, die keinen Bildungsstatus haben. Verdienen tun nur die Nutznießer der Geldflüsse und deren Angestellten, mittlerweile ein ganzer Wirtschaftszweig (Trendwerk, Itworks, Caritas,........).
Laut Paragraph 4 der Menschenrechtskonvention ist Zwangsarbeit ja verboten, außer es handle sich um eine Bürgerpflicht. Nun, gilt diese Bürgerpflicht bei einer Anstellung bei einem sozialökonomischen Betrieb als privatrechtliches Unternehmen geführt? Was wenn man so eine Institution mal verklagen würde und eben nicht das AMS als solches.
Falls dies ein Jurist liest - wäre nett die Meinung zu hören.

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Re: SÖB - Aufruf zur Revolution

Beitrag von binte12 » Mo Okt 07, 2019 7:47 am

Bezüglich des Online-Kaufs von Kleidung bin ich erst kürzlich in diesen Laden gekommen. Https://napogloves.de/produkt-kategorie ... uhe-damen/ in dem ich wirklich schöne und elegante handschuhe gekauft habe. Wenn Sie auch nach etwas Ähnlichem suchen, empfehle ich Ihnen, hier zu schauen

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